"Ich wollte immer an einem Dienstag bauen!"
Dienstags, kurz vor Sonnenaufgang.
5:45 Uhr. Die Richtleute von Büdenbender und der erste von insgesamt drei Sattelzügen mit vorgefertigten Hauselementen treffen auf der Baustelle nahe Attendorn im Sauerland ein. Der Bauherr Ulrich Mester, selbst ein begeisterter Hobbyfotograf, begrüßt Richtmeister Ulrich Kaiser und seine Mannschaft.
6:30 Uhr. Schnell sind die notwendigen Werkzeuge und die Materialkisten ausgeladen. Die schützende Plane wird von den Hauselementen für das Erdgeschoss gehoben und sogleich schwenkt der Kran das erste Wandelement in Position.
9:15 Uhr. "Was ist denn hier los? Ist ja irre!" Beeindruckt steht Bauherr Mester vor dem bereits geschlossenen Erdgeschoss-Kranz. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, für ein deftiges Frühstück zu sorgen, doch seiner Einladung folgt im Moment niemand. Das Richtteam folgt ruhig und konzentriert seinem eigenen Zeitplan.
11:05 Uhr. Die Decke liegt bereits auf dem Erdgeschoss. Die Zwischenwände stehen und ermöglichen einen ersten viel versprechenden Rundgang. Würde es regnen, hier wäre der richtige Platz, um das Frühstück zu genießen. "Vor einem Jahr haben wir noch nicht daran gedacht und jetzt ist es schon soweit!" sagt Frau Mester und ihr Blick schweift von der Küche in das große Wohnzimmer. Die Handwerker in den umliegenden Rohbauten können einem schon leid tun.
11:30 Uhr. Auf die Kniestöcke, auch „Drempel“ genannt, werden die Giebel aufgesetzt. "Ich wollte immer Dienstags bauen" scherzt Herr Mester und öffnet die elektrischen Rollos der Kinderzimmerfenster im ersten Stock. Wenig später kann er die Richtleute doch noch von einem Brötchen und einem Schluck Kaffee überzeugen.
15:15 Uhr. Die einzelnen Dachflächen werden in Position gebracht. Herr Mester betätigt die integrierten Fliegengitter in den Schlafzimmerfenstern. Das Wohlgefühl, sich schon jetzt als Herr im eigenen Haus zu fühlen, mit funktionstüchtigen Fenstern und abschließbarer Haustür, kleidet er in eine Frage an seine Frau: "Haben wir eine Luftmatratze? Ich möchte mit den Kindern heute Nacht hier schlafen".
16:50 Uhr. Der Kamin, bestehend aus zwei Einzelelementen, wird durch eine kleine Dachöffnung eingeführt und die Elemente miteinander verbunden. Tochter Marina ist froh, das Zimmer mit Kamin gewählt zu haben. Ihr jüngerer Bruder Michael ist erleichtert zu erfahren, dass die beiden Paletten mit Dachpfannen schon am nächsten Tag aus seinem Zimmer verschwunden sind. Bereits dann wird das Dach eingedeckt sein und die Elektroinstallation wird beginnen.
17:30 Uhr. Das Team um Ulrich Kaiser räumt sein Werkzeug aus dem Haus. Glücklich reichen Frau und Herr Mester den Richtleuten die Hand. Zeit für den Bauherrn Mester, die gelungene Teamarbeit zu würdigen: "Vergessen wir nicht, dass dieser Tag ohne die Vorarbeit der Mitarbeiter im Werk Hainchen nicht möglich gewesen wäre!" Der vorgetragene Richtspruch und ein letztes Gruppenbild mit allen Beteiligten beenden diesen Dienstag in Attendorn.
Ein Richttag von vielen und doch einzigartig und beeindruckend.

