Kratzputz für Ihr Fertighaus von Büdenbender

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Kratzputz für Ihr Fertighaus von Büdenbender

Standhafter und langlebiger Putz

Auch in der Nicht-Kratzputzherstellenden oder -verarbeitenden Branche wird die Bezeichnung "Kratzputz" sehr oft offenbar als Zeichen der Qualität verwendet, in dem der ganz normale marktübliche Scheibenputz mit Attributen wie "Kratzputzstruktur", "kratzputzähnliche Struktur" oder gar "organischer Kratzputz" bezeichnet wird. Diese Nomenklatur grenzt an Irreführung der Kunden und Verbraucher. Sie zeigt jedoch, dass offenbar viele Dünnschichtputze gerne ein Kratzputz sein würden. Was hat es also auf sich mit dem Edelkratzputz, dass viele zwar von ihm sprechen, aber nur wenige ihn richtig kennen?

Warum nicht einfach Kratzputz?

Kratzputz ist der Mercedes unter den Fassadenputzen. Seine Eigenschaften machen ihn zur schönen und auch wirtschaftlichen Fassadenoberfläche.

Struktur und Aussehen

Wie keine zweite Putzart weist der Edelkratzputz eine offene natürliche Struktur auf. Bedingt durch den namensgebenden Vorgang des Kratzens der Oberfläche wird eine einzigartige Struktur erreicht, bei der die Körnung des Putzes offen an der Oberfläche liegt. Während bei anderen Putzen die Körnung von einem Bindemittelfilm umgeben ist und so ein quasi gestrichener Eindruck entsteht, bietet der Kratzputz die Möglichkeit, unterschiedlichste Korngrößen und Arten und Farben frei an der Oberfläche zu präsentieren. So ist es auch möglich, durch farbige Körnung oder durch den Einsatz des im Sonnenlicht glitzernden Minerals Glimmer faszinierende Oberflächen zu gestalten.

Mit feinen Körnungen lässt sich mühelos die von vielen Architekten heute geforderte feine, gleichmäßige Oberfläche darstellen. Bei gleicher Korngröße wirkt ein Kratzputz gleichmäßiger und ruhiger als ein Scheibenputz. Dies kommt dadurch, dass beim Kratzputz die Oberfläche grundsätzlich sehr eben ist und die Struktur dadurch erzeugt wird, dass beim Kratzvorgang Körner herausgelöst werden.

Die Dicke eines Kratzputzes beträgt üblicherweise ca. 10 mm, kann aber bei sehr großer Körnung (über 10 mm Korndurchmesser ist möglich) auch über 20 mm betragen. Bedingt durch diese große Auftragsdicke sind außergewöhnliche Fassadengestaltungen möglich, wie z. B. das Herstellen von Bossierungen oder die exquisite Farbgestaltung von Fassaden mit der Listel-Putztechnik.

Der Mehrwert des Edelkratzputz

Das außergewöhnliche Erscheinungsbild einer Kratzputzfassade alleine würde schon die Mehrkosten gegenüber einem Scheibenputz rechtfertigen. Aber es gibt noch mehr!

Der kalk-zementgebundene Edelkratzputz ist wohl der mineralischste aller Putze im Markt. Er enthält als Hauptbindemittel Weißkalkhydrat, dazu noch eine geringe Menge Weißzement zur Erzielung einer frühen Festigkeit. Organische Hilfsmittel wie Dispersion, Fasern oder ähnliches sind in seinen Rezepturen verpönt. Bei Brandprüfungen erhält er stets die Bestnote A1. Dadurch sind Brandschutzsonderlösungen bei WDVS mit EPSDämmplatten möglich. Nur mit wirklich mineralischen Putzen kann man hier - natürlich mit offiziellem Nachweis - auf die marktübliche, aber ungeliebte und anwendungstechnisch bedenkliche Brandsperre aus Mineralwolle bei Dämmstoffdicken über 100 mm verzichten. Wir sprechen also hier von einem wirklich mineralischen Putz mit nachprüfbaren Eigenschaften und nicht von einer an den Haaren herbeigezogenen Auslegung des Wortes "mineralisch". Demnach wäre ein Kunstharzputz auch ein mineralischer Putz, da die Körnung mineralisch ist und auch das Kunstharz aus Mineralöl gewonnen wird.

Der standhafte und langlebige Putz

Kein anderer Putz hält länger und hat einen geringeren Wartungsaufwand als ein Edelkratzputz. Der Grund hierfür ist ein Effekt, der von vielen Bauherren anfangs bemängelt wird, nämlich das Absanden der Oberfläche. Durch die offene Struktur des Putzes wird immer wieder im Laufe der Bewitterung Körnung von der Oberfläche abgewittert. Würde man dabei allerdings berücksichtigen, dass mit dem Abrieseln des Sandes auch anhaftender Schmutz, und dies wird sicherlich im Laufe der nächsten Jahre noch wichtiger, auch Sporen von Algen und Pilzen entfernt werden, so hätte man daran sicherlich nichts auszusetzen. Sozusagen ist der Lotuseffekt im Edelkratzputz mit eingebaut.

Ein Edelkratzputz widerspricht mit seiner hohen Resistenz vor Algen- und Pilzbefall auch den Theorien, die eine möglichst glatte und wasserdichte Oberfläche als Schutz vor Mikroorganismen fordern. Mit seiner porösen und im beschränkten Umfang wasseraufnahmefähigen Oberfläche müsste er eigentlich immer schwarz oder grün sein. Dass er es nicht ist, liegt wohl daran, dass das Wasser von der Oberfläche abtransportiert wird und sich nicht in schädlicher Weise an der Oberfläche konzentriert. Bei geeigneter Witterung erfolgt dann die Austrocknung, die um ein Vielfaches schneller ist als bei organischen Putzen. Wenn glatte und wasserdichte Oberflächen die Lösung für dieses Problem wären, dürfte es keine veralgten Fensterscheiben und -rahmen, Straßenschilder oder Geländer geben.

Ein weiterer Punkt, der hochgedämmte Kratzputzfassaden unanfälliger für Bewuchs macht, dürfte darin liegen, dass die Putzschicht eine drei- bis vierfach größere Masse aufweist als herkömmliche Dünnschichtsysteme. Das dadurch bedingte deutlich höhere Wärmespeichervermögen verzögert die sonst übliche starke Auskühlung der Putze in der Nacht. Der Feuchteanfall auf der Putzoberfläche wird somit vermindert. So wird auf "natürliche" Weise das verhindert, was sonst nur mit bioziden Zusätzen möglich ist. Wobei Kalkhydrat auf Grund seines hohen pH-Wertes auch ein Biozid ist.

Der preiswerte Putz

Auf den ersten Blick ist ein Edelkratzputz teurer als eine "normale" Dünnschicht-Lösung. Er wird im Markt zwischen 5,- und 10,- Euro über dem Preis eines Scheibenputzes angeboten. Berücksichtigt man allerdings, dass bei eingefärbten mineralischen Putzen ein Egalisationsanstrich vorgesehen werden muss, der ca. 6,50 Euro kostet, so ist die Differenz nur noch gering. Bei organisch gebundenen Putzen muss zur Algen- und Pilzvorsorge die regelmäßige Behandlung mit biozid eingestellten Anstrichen miteinkalkuliert werden, die mindestens die gleiche Größenordnung hat. Im Endeffekt (und auf lange Sicht gesehen) ist ein Edelkratzputz also eine preiswerte Lösung.

Auszug aus" Ausbau und Fassade"

Dr. Markus Hildebrand 

ist Leiter der technischen 
Abteilung bei Werber Broutin 

Volker Wilshaus

ist Produktmanager für
den Bereich Putzsysteme
bei Weber Broutin