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Baustraße beim Hausbau: Preise, Aufbau und rechtliche Vorgaben

Bevor mit dem eigentlichen Hausbau begonnen werden kann, müssen einige Vorarbeiten getroffen werden. Dazu gehört unter anderem, dass Baumaschinen und sonstige schwere Fahrzeuge die Baustelle erreichen können.  Straßen bzw. Geh- oder Radwege sind für solche Belastungen nicht ausgelegt und durch die Überbelastung kann es zu Schäden kommen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, muss eine Baustraße errichtet werden. Bauherren fragen sich an dieser Stelle mit Recht, wer dafür verantwortlich und wer für die anfallenden Kosten rund um die Baustraßen aufkommen muss. Mit dem folgenden Artikel sollen die wichtigsten Fragen beantwortet werden.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtige im Überblick

  • Definition von Baustraßen: Es handelt sich dabei um eine temporäre und befestigte Zufahrt zum Baugrund, welche bereits vor Beginn der Bauarbeiten errichtet werden muss.

  • Die Notwendigkeit einer Baustraße: Sie schützt sowohl die vorhandene Infrastruktur als auch die Umwelt. Des Weiteren gewährt sie eine sichere Zufahrt zum Baugrundstück für alle Baubeteiligten sowie deren Baufahrzeuge und -maschinen inklusive dem Transport von Baustoffen.

  • Typischer Schichtaufbau von Baustraßen: Nachdem die Oberfläche des Untergrundes tragfähig und eben vorbereitet ist, wird ein Geotextil aufgebracht, das sowohl vor Frostschäden schützt als auch verhindert, dass die einzelnen Bodenschichten sich miteinander vermischen.

Was ist eine Baustraße?

Bei Baustraßen handelt es sich um eine vorübergehende Baustellenzufahrt, um sicherzustellen, dass schwere Fahrzeuge und Baumaschinen die Baustelle erreichen können.

  • Definition: Es handelt sich dabei um eine temporäre und befestigte Zufahrt für Fahrzeuge und Maschinen zu einer Baustelle, welche bereits vor Beginn der Baumaßnahmen errichtet werden muss. Die Baustraße soll sicherstellen, dass Baumaschinen und alle verwendeten Materialien rund um den Hausbau zur Baustelle transportiert werden können, ohne dass der eigentliche Untergrund Schaden nimmt. Die Baustelle ist somit nicht nur für alle Baubeteiligten gut zu erreichen, sondern sie befreit den Bauherren auch vor allen Haftungsrisiken, welche mit dem Bauprojekt in Verbindung stehen. Bei der Errichtung müssen einige gesetzliche Vorschriften und Umweltauflagen beachtet werden.

  • Abgrenzung: Sowohl die Abgrenzung als auch die Gestaltung von Baustraßen richtet sich nach der Art und den Lasten von Baufahrzeugen, der Bodentragfähigkeit sowie dem Verlauf der eigentlichen Grundstückszufahrt. Die Breite variiert dabei zwischen 3 und 3,5 m für einspurige Baustraßen und 6 und 6,5 m für zweispurige Verkehrswege. Zur Absicherung kommen Baken, Absperrgitter oder Leitwände zum Einsatz, um Fußgänger bzw. andere Verkehrsteilnehmer zu schützen.

  • Warum werden Baustraßen bei Bauprojekten benötigt? Sie sollen den sicheren und effizienten Zugang zur Baustelle für Fahrzeuge bzw. für die Lieferung von Materialien sicherstellen, ohne dass die eigentliche Infrastruktur beschädigt oder der Verkehr behindert wird. Durch die Baustraße wird der Untergrund vor dem Einsinken zw. der Zerstörung durch schweres Gerät geschützt. Des Weiteren garantieren sie die Sicherheit der Arbeiter auf der Baustelle. Weitere Informationen liefert folgende Website.

Warum ist eine Baustraße notwendig?

Sie dient sowohl dem Schutz der bestehenden Infrastruktur als auch der Sicherheit aller Beschäftigten auf der Baustelle. Baustraßen sind somit eine der wichtigsten Einrichtungen rund um das Bauvorhaben.

  • Schutz der Infrastruktur und Umwelt – Ohne Baustraße würden Straßen, Rad- und Gehwege durch die schweren Fahrzeuge beschädigt werden. Des Weiteren würden der darunterliegende Boden sowie die Umwelt stark belastet werden.

  • Sicherer Zugang für schwere Fahrzeuge und Materialien – Für Baufahrzeuge und schweres Gerät wie Bagger, Betonmischer und dergleichen wird eine stabile und tragfähige Zufahrt zur Baustelle benötigt, damit diese sicher erreicht werden kann.

  • Vermeidung von Bauverzögerungen – Baustraßen ermöglichen nicht nur den sicheren Zugang zur Baustelle, sondern garantieren auch, dass alle benötigten Materialien und Maschinen jederzeit einsatzbereit sind, sodass die Arbeitsabläufe rund um den Hausbau effizient gestaltet werden können. Dies trägt zu einer reibungslosen Bauweise und somit zur Vermeidung von Verzögerungen im Rahmen des Bauprojekts bei.  

  • Gesetzliche Vorgaben und Sicherheit – Durch die Nutzung der Baustraßen können die behördlichen Auflagen und Umweltvorschriften, welche dem Schutz der Umwelt und Natur dienen, eingehalten werden. Des Weiteren minimiert eine Baustraße die Gefahren für die Bauarbeiter sowie für andere Verkehrsteilnehmer.

  • Haftung des Bauherrn – Der Bauherr ist grundsätzlich für Schäden an öffentlichen Straßen und Wegen haftbar. Durch eine Baustraße kann dies verhindert werden, was wiederum den Bauherren vor hohen Folgekosten schützt.

Wie wird eine Baustraße geplant?

Bei der Planung einer Baustraße müssen einige wichtige Aspekte beachtet werden. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Breite, sondern auch um eventuelle Steigungen oder Gefälle. Des Weiteren müssen geeignete Materialien ausgewählt werden, welche in direktem Zusammenhang mit der Logistik und der Sicherheit stehen.

  • Verantwortlichkeit: Der Bauherr ist grundsätzlich für die Baustraße verantwortlich. Dazu zählen neben der Genehmigung auch der fachgerechte Aufbau sowie die Absicherung. Die Aufgaben können an ein Bauunternehmen delegiert werden. Dieses kümmert sich sowohl um den fachgerechten Aufbau als auch um den Rückbau nach Abschluss der Bauarbeiten.

  • Analyse des Baugrunds und Tragfähigkeit: Die Baustraße muss nicht nur die Lasten von Fahrzeugen und schwerem Gerät tragen können, sondern den Untergrund effektiv schützen. Nach der Analyse des Baugrunds sowie der erwarteten Belastung können das verwendete Material (Schotter, Sand usw.) sowie die Dicke der einzelnen Schichten bestimmt werden. Bei der Planung sollten Steigungen gering gehalten und ein Gefälle von mindestens 2,5 % berücksichtigt werden. Des Weiteren sollte die Baustraße so kurz wie möglich gehalten werden.

  • Abstimmung mit Behörden und ggf. Nachbarn: Für die Errichtung der Baustraße sowie einer eventuellen temporären Sperrung von öffentlichen Straßen müssen entsprechende Genehmigungen vom Straßen- und Tiefbauamt eingeholt werden. Des Weiteren sollten auch Nachbarn über die zeitweilige Einrichtung der Baustraßen informiert werden.

Was muss bei Standort und Verlauf beachtet werden?

Sowohl der Standort als auch der Verlauf einer Baustraße spielen eine wichtige Rolle und müssen in die Planung integriert werden.

  • Zufahrt vom öffentlichen Straßenraum: Die Fahrstraßen ermöglichen die Baustellenzufahrt nicht nur zu Großbaustellen, sondern auch beim privaten Bau eines Hauses.

  • Breite und Wendeflächen: Die Breite der Baustraßen wird von den eingesetzten Fahrzeugen auf der Baustelle bestimmt. Experten raten zu einer Breite von mindestens 2,55 m bis 3,5 m. Bei zweispurigem Verkehr sollte die Baustraße eine Breite von 6 bis 6,5 m haben. Die Größe der Wendefläche richtet sich nach dem Wendekreis der größten Baustellenfahrzeuge auf der Baustelle. So benötigt zum Beispiel ein Sattelzug einen äußeren Wendekreisdurchmesser von 20 bis 25 m. Bei einspurigen Baustraßen wird ein Wendekreisdurchmesser von 3,5 bis 4,5 m empfohlen.

  • Hindernisse berücksichtigen: Zu den potenziellen Hindernissen gehören eine mangelnde Fahrbahnqualität, eine unzureichende Breite, ungünstige Steigungen oder Gefälle, eine fehlende Absicherung sowie mangelnde Sichtbarkeit bei Dunkelheit und nicht ordnungsgemäß geparkte Autos. Ebenfalls zu den Hindernissen zählen abgestellte Container per ungesicherten Öffnungen, die schnell zu Stolperfallen werden können.

Was ist im Rahmen der zeitlichen Planung zu beachten?

Da Baustraßen direkt in den öffentlichen Verkehr eingreifen, müssen bei der zeitlichen Planung wichtige Aspekte beachtet werden. Um dies zu realisieren, sind der Bauzeitenplan sowie Beginn und Ende der Baumaßnahmen entscheidend.

  • Baustraßen anlegen vor Beginn der Bauarbeiten: Dies ist nötig, damit schwere Baumaschinen und dergleichen sicher zur Baustelle gelangen können, ohne dass öffentliche Straßen und Wege durch den Transport beschädigt werden. Bauherren haften für alle Schäden, welche im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben stehen.

  • Anpassungen bei längerer Bauzeit: Kommt es zu einer Bauzeitverlängerung, sind Bauherren verpflichtet, das zuständige Straßen- und Tiefbauamt darüber zu informieren und eine Verlängerung für die Baustraße zu beantragen.

  • Rückbau nach Fertigstellung: Nach Abschluss der Bauarbeiten muss die Baustraße wieder fachgerecht zurückgebaut werden, sodass der ursprüngliche Zustand der Infrastruktur wiederhergestellt werden kann.

Was muss beim Aufbau und Materialien einer Baustraße beachtet werden?

Der Aufbau von Baustraßen besteht üblicherweise aus einer Tragschicht und einer Deckschicht. Je nach Bedarf werden dazu Bodenschutzplatten aus Kunststoff oder Beton, Stahlplatten, Kies, Schotter oder Betonrecycling verwendet. Die Wahl der Materialien hängt von der zu erwartenden Tragfähigkeit und den Bodenbedingungen der Baustellenzufahrt ab.  

Wie sieht ein typischer Schichtaufbau aus?

Baustraßen bestehen in der Regel aus einer vorbereiteten und verdichteten Bodenschicht, einer ungebundenen Tragschicht aus Schotter und Sand sowie einer Deckschicht, welche direkt den Belastungen ausgesetzt ist.

  • Erdplanie/Planum: Hierbei handelt es sich um die vorbereitete, ebene und tragfähige Oberfläche des Untergrunds. Auf dieser Fläche beginnt der eigentliche Aufbau der Baustraße, welcher aus verschiedenen Schichten besteht.

  • Geotextil oder Vlies: Es soll verhindern, dass die einzelnen Bodenschichten sich von selbst vermischen, was sich negativ auf die Stabilität auswirkt. Des Weiteren sorgt das Vlies für das Versickern von Wasser im Untergrund, ohne dass feinste Bodenteilchen die Drainagesysteme verstopfen. Und last but not least sorgt das Geotextil für eine Reduzierung von Frostschäden am Untergrund, was die Lebensdauer verlängert. Das Geotextil wird nach Beschaffenheit des Bodens ausgewählt. Für wasserhaltige oder weiche Böden sollte ein Geotextil mit höherem Flächengewicht gewählt werden.  

  • Tragschicht: Hierbei handelt es sich um die tragende Schicht der Baustraße. Üblicherweise besteht sie aus einem Schotter-Sand-Gemisch mit einer geeigneten Körnung wie etwa 0/45.

  • Deckschicht: Die Rede ist dabei von der obersten Schicht, welche die Fahrbahnfläche bildet. Auch hier kommt oft ein Schotter-Sand-Gemisch mit einer Körnung von 0/40 zum Einsatz.

Welche Alternativen gibt es?

Alternativ können auch Bodenschutzplatten aus Stahl oder Kunststoff, Aluminiumsysteme sowie Geozellen verwendet werden.

  • Mobile Fahrplatten: Es handelt sich dabei um einzelne Segmente aus Kunststoff, Stahl oder Aluminium, aus denen die Zufahrtswege zum Grundstück zusammengesetzt und mit Stahlverbindern oder ähnlichen Systemen (Klammern, Verschraubungen)  fest miteinander verbunden werden. Die mobilen Bodenschutzplatten haben einige Vorteile. Sie lassen sich nicht nur schneller auf- und auch wieder zurückbauen, sondern können wiederverwendet werden und verhindern Schäden an empfindlichen Untergründen. Des Weiteren sind die Kunststoffplatten nachhaltig, da sie aus recyceltem Material hergestellt werden.

  • Provisorische Wege: Zu den traditionellen Alternativen zählen Holzbohlen, welche mit Stahlrahmen kombiniert werden.  Wenn keine hohe Lastverteilung wie etwa bei Fußwegen zu erwarten ist, eignen sich auch Gummimatten zur Errichtung von Zuwegungen zum Grundstück.

Spezielle Lösungen für schwere Lasten und Auflagen

Beim Baubeginn stehen viele Bauherren vor der Frage, wie die Zufahrtswege und Fahrstraßen optimal gestaltet werden können. Da oft ein Kran oder schwere LKW mit mehreren Tonnen Gewicht die Baustelle erreichen müssen, reicht ein einfacher Schotterweg meist nicht aus. In solchen Fällen bieten mobile Fahrbahnplatten oder massive Stahlplatten eine sichere Lösung, um die Belastungen gleichmäßig zu verteilen. Diese Platten lassen sich flexibel einsetzen, schnell verlegen und entsprechen den notwendigen Auflagen. Besonders praktisch sind mobile Systeme, da sie nach Abschluss der Bauarbeiten wieder entfernt und auf anderen Projekten wiederverwendet werden können. So bleibt die Baustelle sicher, die Fahrstraßen tragfähig und die Baustraße kosteneffizient nutzbar.

Welche Kosten verursachen Baustraßen?

Hierzu kann keine pauschale Aussage getroffen werden, da die Kosten von verschiedenen Faktoren abhängig sind.

  • Kostenfaktoren: Dazu zählen sowohl die Länge als auch die Breite, denn je größer die Fläche ist, desto höher sind auch die Kosten. Zu den weiteren Faktoren zählen die Materialwahl, die Beschaffenheit der Untergründe sowie die Tragfähigkeit der Baustraße. Zu den Kosten zählen aber auch die Gebühren für Genehmigungen sowie die Kosten für den Rückbau und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands.

  • Durchschnittliche Kosten: Für eine einfache Befestigung mit Schotter fallen etwa 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter an Kosten an.  Anders sieht es bei soliden Baustraßen aus. Die Kosten liegen hier bei 150 Euro pro laufendem Meter. Bauherren sollten mit durchschnittlichen Kosten für eine Baustraße von 50 bis 150 Euro pro qm rechnen.

  • Kauf von Material vs. Miete von Fahrplatten: Das Mieten von mobilen Fahrplatten ist in der Regel kosteneffizienter als der temporäre Bau von Zuwegungen zum Grundstück. Es fallen beim Mieten keine hohen Anschaffungskosten an und es muss nur für die tatsächliche Nutzungsdauer ein zuvor vereinbarter Preis gezahlt werden. Der Kauf von Materialien wie Schotter und ähnliches lohnt sich nur, wenn die Baustraßen langfristig benötigt werden. Das verwendete Material gehört nach dem Rückbau dem Bauherren und er kann es anderweitig verwenden.

  • Rückbaukosten: Diese sind vom individuellen Aufwand abhängig und können nicht pauschal benannt werden. Neben der Größe der Baustraße werden die Kosten auch vom verwendeten Material, der Untergrundbeschaffenheit sowie den Entsorgungskosten beeinflusst.

Welche Preisfaktoren beeinflussen die Baustraßenkosten?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, welche die Preise für Baustraßen beeinflussen.

  • Baugrund und Geländebeschaffenheit: Neben der Beschaffenheit des Bodens spielt auch der Bedarf an Tragfähigkeit eine wichtige Rolle. Schwierige oder instabile Untergründe erfordern mehr Erdarbeiten und eine bessere Stabilisierung, was wiederum die Kosten in die Höhe treibt. Bei der Tragfähigkeit kommt es auch auf die Schwere der Baumaschinen und Baufahrzeuge an, die die Baustraße befahren. Je schwerer diese sind, desto stabiler und dicker muss der Aufbau sein. Dies erfordert nicht nur mehr Material, sondern auch mehr Arbeit.

  • Materialwahl: Kies und Schotter zählen zu den günstigsten Optionen im Vergleich mit Beton oder speziellen Fahrplatten. Letztere bieten allerdings auch eine höhere Tragfähigkeit.

  • Dauer der Nutzung: Dieser Faktor spielt bei den Kosten ebenfalls eine entscheidende Rolle. Je länger Baustraßen genutzt werden, desto länger sind offizielle Verkehrswege nur eingeschränkt nutzbar.

  • Rückbaukosten: Diese Kosten hängen vom Aufwand der Rückbaumaßnahmen sowie der Entsorgung der verwendeten Baumaterialien ab.

Wie lassen sich die Kosten optimieren?

Hierzu gibt es neben der Materialauswahl eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten wie etwa die Weiterverwendung von Materialien.

  • Materialwahl an Bauprojekt anpassen: Es muss nicht immer Beton oder dergleichen sein. Vielfach lassen sich Baustraßen auch mit Geogitter stabilisieren. Dies hilft bei den Arbeits- und Materialkosten zu sparen.

  • Angebote vergleichen: Bauherren sollten sich von verschiedenen Bauunternehmen Angebote für Baustraßen einholen und diese miteinander vergleichen, um für sich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.

  • Möglichkeit zur Wiederverwendung: Der Verlauf der Baustraße sollte so geplant werden, dass diese gleichzeitig als Fundament für die spätere Grundstückszufahrt genutzt werden kann. Der Schotter bzw. Kies für die Baustraße kann später für andere Zwecke wie zum Beispiel Anlegen von Gartenwegen oder zur Flächenstabilisierung im Garten verwendet werden. Dies spart Abtransport- und Entsorgungskosten.

Welche Vorschriften und Genehmigungen müssen beachtet werden?

Neben den zahlreichen Vorschriften, die beachtet werden müssen, sind auch verschiedene Genehmigungen einzuholen.

  • Genehmigung nötig bei Nutzung öffentlicher Flächen: Zusätzlich zur Baugenehmigung wird eine Sondernutzungserlaubnis benötigt. Grund hierfür sind die Nutzung von öffentlichen Flächen wie Straßen oder Rad- und Gehwege über den normalen Gemeingebrauch hinaus sowie eine Beeinträchtigung des Verkehrsflusses. Anhand der Genehmigung werden die Lage, die Dauer  und die technischen Details für die Baustraße geregelt.

  • Verkehrssicherungspflicht des Bauherrn: Der Bauherr ist verpflichtet, die Baustelle gemäß der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht § 823 BGB abzusichern und für die Sicherheit von Dritten zu sorgen. Er kann die Verantwortung an Fachleute wie einen Architekten oder ein Bauunternehmen abgeben, ist aber dennoch verpflichtet, den Bereich regelmäßig zu kontrollieren und zu überwachen. Besondere Sorgfalt gilt hierbei dem Schutz von Kindern. Er muss dafür sorgen, dass keine Anreize gesetzt werden, das Baugrundstück unbefugt zu betreten.

  • Vorgaben aus Bauordnung und DIN-Normen: Die exakten Vorgaben können der Bauordnung oder den DIN Normen für die Baustellenzufahrt 1006-33 entnommen werden.

  • Absprache mit Gemeinde oder Tiefbauamt: Bei Unsicherheiten sollten Bauherren sich an die Gemeinde oder das Tiefbauamt wenden und sich dort entsprechende Informationen besorgen.

Was muss beim Rückbau der Baustraße beachtet werden?

Neben der Verpflichtung, eine Baustraße nach Beendigung der Bauarbeiten wieder zurückzubauen, müssen noch einige weitere Punkte beachtet werden.

  • Pflicht zum Rückbau: Sobald die Baumaßnahmen beendet sind, besteht die Pflicht, die Baustraße zu entfernen und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

  • Materialien entsorgen oder wiederverwenden: Sowohl temporäre Fahrplatten als auch eine Schotter- bzw. Asphaltbefestigung muss vollständig entfernt werden. Die Baumaterialien müssen fachgerecht entsorgt werden oder können auf dem eigenen Grundstück wieder verwendet werden.

  • Grünflächen wiederherstellen: Soll die Fläche nach dem Rückbau begrünt oder als Wiese angelegt werden, muss die ursprüngliche Grasnarbe wiederhergestellt werden.

  • Kosten einkalkulieren: Die Kosten für den Rückbau sollten bereits bei der Planung der Baustraße berücksichtigt werden und in die Kalkulation mit einfließen und sind Teil der Baunebenkosten.

Welche Tipps sind für Bauherren eine wertvolle Hilfe?

Bauherren sollten sich frühzeitig mit dem Thema Baustraßen beschäftigen, da nicht nur Vorbereitungen getroffen, sondern auch einige wichtige Punkte beachtet werden müssen.

  • Baustraße im Bauvertrag regeln: Bauherren, die sich nicht selbst um die Baustraße kümmern wollen oder können, sollten den Punkt im Bauvertrag regeln und schriftlich fixieren.

  • Angebote einholen: Es ist ratsam, sich von verschiedenen Tiefbauunternehmen Angebote einzuholen und diese miteinander zu vergleichen. Nur so kann das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ermittelt werden.

  • Eigenleistung: Nach Absprache mit dem Tiefbauunternehmen sind auch verschiedene Eigenleistungen wie zum Beispiel die Materialbestellung möglich.  Hier sollte jedoch sehr genau kalkuliert werden, da dies nicht immer beim Kosten sparen hilft.

  • Laufende Kontrolle durch den Bauherr: Auch wenn die Arbeiten rund um die Baustraßen an Dritte abgegeben werden, ist der Bauherr nach wie vor für Schäden haftbar. Aus diesem Grund sollte er den Bereich um die Baustelle inklusive der Baustraße regelmäßig kontrollieren, um frühzeitig Schäden und dergleichen feststellen zu können.  

Fazit

Baustraßen sind beim Bau ebenso wichtig wie Baustrom oder Bauwasser. Grundsätzlich ist der Bauherr für die Errichtung verantwortlich. Allerdings kann er diese Aufgabe auch an Dritte delegieren. Diese sorgen in der Folge für die fachgerechte Errichtung, das Absichern sowie für den Rückbau am Ende der Baumaßnahmen.

Bauherren sollten aus Kostengründen auf keinen Fall auf die Baustraße verzichten, da sie für alle Schäden in Folge der Bauarbeiten verantwortlich und haftbar zu machen sind.

Am Ende sollten Bauherren auch beim Baubeginn daran denken, dass schon kleine Versäumnisse hohe Lasten von mehreren Tonnen, der Einsatz eines Kran oder der Einbau von stabilen Platten und speziell ausgelegten Fahrbahnplatten entscheidend sein können. Mit einer passenden Bauhelferversicherung sichern sie sich zusätzlich gegen Risiken ab und sorgen dafür, dass die Baustelle von Anfang an professionell und sicher ausgestattet ist.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Baustraße

Wie breit muss eine Baustraße sein?

Für LKW wird eine Mindestbreite von 3 bis 4 Metern empfohlen. Im Detail bedeutet dies, dass eine einspurige Zufahrt zwischen 3 und 3,5 m breit sein sollte, während die zweispurige Zufahrt eine Breite von 6 bis 6,5 m haben sollte.

Reicht ein einfacher Schotterweg für ein Einfamilienhaus?

In der Regel reicht ein einfacher Schotterweg nicht aus, da dieser weder die Tragfähigkeit noch den Schutz vor Schäden an den Untergründen garantiert.

Wer trägt die Kosten – Bauherr oder Baufirma?

Der Bauherr trägt sowohl die Kosten für die Errichtung als auch für eventuelle Schäden durch Fehlen oder unsachgemäße Anlage.

Braucht man eine Genehmigung für eine Baustraße?

Ja, es wird eine Genehmigung durch die zuständige Behörde benötigt, da die Baustraße sich in der Regel im öffentlichen Bereich befindet und den Verkehrsfluss beeinträchtigt.

Was passiert mit der Baustraße nach Bauende?

Die Baustraße wird zurückgebaut, um den ursprünglichen Zustand des Bereiches wiederherstellen zu können.

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Matthias Büdenbender
Matthias Büdenbender Unterschrift

Autor: Matthias Büdenbender

Mein Name ist Matthias Büdenbender. Ich bin Geschäftsführer von Büdenbender Hausbau und schreibe auf dieser Website über die Zukunft des Bauens.
Ich teile hier mein Know how und berichte über die Qualität beim Hausbau, sowie die Trends der Hausbaubranche und Innovationen. Dabei folgen meine Mitarbeiter und ich einer Maxime: Wir bauen Ihnen kein Gebäude, wir bauen Ihnen ein Zuhause, für Sie und Ihre Familie.
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