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Glasschaumschotter

Im Rahmen von verschiedenen Sanierungsmaßnahmen sowie der Wärmedämmung haben Hausbesitzer mit Sicherheit schon die Begriffe Glasschaumschotter oder Glasschaumdämmung gehört. Doch was verbirgt sich dahinter? Wie wird der spezielle Dämmstoff hergestellt und wofür kann Glasschaumschotter eingesetzt werden? Nicht unwichtig in diesem Zusammenhang ist es auch, dass klar sein muss, was beim Arbeiten mit Glasschaumschotter beachtet werden muss. Mit dem folgenden Ratgeber möchten wir auf diese und weitere Fragen eingehen und versuchen eine Antwort zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Glasschaumschotter?

Im Handel ist Glasschaumschotter auch unter einer Reihe von anderen Bezeichnungen erhältlich. Zu den gängigsten Bezeichnungen gehören Schaumglas, Foamglas, Glasschaum, Schaumglasschotter, Schaumglasgranulat oder Glasschaumgranulat.

Bei Glasschaumschotter handelt es sich um einen anorganischen und mineralischen Dämmstoff, der aus den Rohstoffen Dolomit, Feldspat, Kalk, Quarzsand und Recyclingglas besteht. Ebenfalls Bestandteil sind die sogenannten Zuschlagstoffe. Dazu gehören Eisenoxid, Manganoxid sowie Natriumkarbonat. Je nach Hersteller kann der Anteil von Altglas bzw. Recyclingglas variieren. So gibt es zum Beispiel Hersteller, die zur Herstellung von Schaumglasschotter 100 % Recyclingglas verwenden.

Glasschaumschotter bietet zur Dämmung eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Allerdings wird aufgrund des hohen Preises das Schaumglas kaum genutzt.

Vor- und Nachteile der Glasschaumschotter

Vorteile von Schaumglasschotter

  • Druckfest – ausgenommen einer punktuellen Belastung bis zu 50 Tonnen pro Quadratmeter

  • Einfach zu verarbeiten

  • Extrem leicht

  • Ökologisch gut durch seine sehr gute Energiebilanz im Vergleich mit synthetischen Dämmstoffen

  • Nicht brennbar laut DIN Baustoffklasse A1

  • Schadstoffrein

  • Unverrottbar: beständig gegen Schädlinge, Schimmel, Fäulnis und Säuren

  • Wärmedämmend

  • Wasserdicht

Nachteile von Schaumglasschotter

  • Begrenzte Einsatzfähigkeit aufgrund der fehlenden diffusionsoffenen Struktur

  • Schallschutz nur gering

  • Teuer in der Herstellung

  • Herstellung ist energieintensiv

  • Empfindlich bei Frost und gegen punktuelle Belastung

Herstellung und Eigenschaften

Um Schaumglasschotter besser einschätzen zu können, ist es wichtig etwas über die Herstellung und den Eigenschaften von Schaumglas zu wissen.

Produktionsprozess von Glasschaumschotter

Um Schaumglasschotter herzustellen, müssen die genannten Rohstoffe und die Zuschlagstoffe in speziellen Anlagen fein gemahlen und mit Kohlenstoff versetzt werden. Nachdem die Masse in eine Edelstahlform gefüllt wurde, wird sie auf 900 bis 1.100 Grad Celsius erhitzt.  Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass der Kohlenstoff oxidiert und sich dadurch Gasblasen bilden, die zum Aufschäumen der Masse führen, ohne dass das Zusetzen von Wasser nötig ist. In Fachkreisen ist die Rede von Oxidation oder dem Aufschäumungsprozess. Danach muss das Schaumglas vollständig und kontrolliert abgekühlt werden. Dabei entsteht der Schaumglaskuchen oder Glasschaumkuchen, eine dicht gefügte Struktur, die unempfindlich gegen Kälte, Hitze, Schmutz, Gas und Wasser ist. Eine solche hermetisch geschlossene Zellstruktur besteht beim Schaumglas aus zahlreichen einzelnen Zellen mit eigenen dünnen Glaswänden.

Es gibt auch eine Reihe von alternativen Herstellungsmethoden. Hierbei kommt die Schäumung als Endlosband zustande. Dieses Endlosband kann später zu Schaumglasschotter gebrochen werden. Auf Wunsch ist es möglich dieses Endlosband auch Oberflächen zu behandeln. So sind dann Zuschnitte möglich.

Um aus dem Schaumglas ein Granulat zu bekommen, muss das Schaumglas vor dem Erhitzen auf oben genannte Temperatur mit Wasser versetzt werden.

Um Schaumglasgranulat kostenbewusst sowie ressourcen- und energieschonend herzustellen, kommt Altglas zum Einsatz. Verwendet wird hier in erster Linie Flachglas wie zum Beispiel Autoscheiben, Fensterscheiben, Scheiben von Gewächshäusern und ähnliches.

Materialeigenschaften und technische Merkmale

Bei Schaumglasschotter handelt es sich um einen robusten Wärme-Dämmstoff mit einer Vielzahl von positiven Eigenschaften. Schaumglasschotter hat eine niedrige Wärmeleitfähigkeit von 0,04 bis 0,05 Watt pro Meter und Kevin. Bei Schaumglas ist die Wärmeleitfähigkeit niedriger als bei anderen Dämmstoffen wie etwa der klassischen Mineralwolle. Wenn für die Dämmung die Anforderungen der geltenden EnEV eingehalten werden müssen (U-Wert von 0,24 Watt pro Meter und Kevin), ist eine 16 Zentimeter dicke Schaumglas-Dämmung nötig.

Eine weitere Eigenschaft von Schaumglasschotter ist seine Druckfestigkeit. Dabei ist Schaumglasschotter auch nicht brennbar. Als Dämmstoff ist Schaumglasschotter feuchteunempfindlich, wasser- und dampfdicht sowie kapillarbrechend.  Bei einer Perimeterdämmung kann Schaumglasschotter so das aufsteigende Wasser von den erdberührenden Bauteilen fernhalten.

Bautechnische Anwendungen

Rund um das Bauen hat Schaumglasschotter eine Vielzahl von unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten.
Diese beziehen sich nicht nur auf die Wärmedämmung.

Schaumglasschotter kann so zum Beispiel in Gründungssystemen eine Reihe von Funktionen übernehmen. Somit fallen herkömmliche Elemente für die Gründung weg, was dafür sorgt, dass rund 25 bis 35 % der Gründungskosten gespart werden können. So wird schnell klar, weshalb Schaumglas bei der Gründung zu den ökologischsten und nachhaltigsten Materialien zählt.

Als Dämmung unter der Bodenplatte unter Gebäuden (sogenannte lastabtragende Wärmedämmung) wird sehr oft Schaumglasschotter eingesetzt.

Schaumglasschotter kann aufgrund seiner sehr spezifischen Stoffeigenschaften auch zu anderen Zwecken genutzt werden.  Dazu gehören unter anderem:

  • Wohn-, Gewerbe- und Industriebau

  • Straßenbau

  • Garten- und Landschaftsbau

  • Dammbau

  • Schwimmbad- und Teichbau

  • Terrassenbau

  • Zwischendecken

  • Tiefgaragenbau

  • Altbausanierung 

Planung und Verarbeitung

Am Beispiel der Bodenplatte möchten wir die Verarbeitung von Schaumglasschotter näher erläutern. Die folgende Aufzählung zeigt die einzelnen Arbeitsschritte bei der Verarbeitung von Schaumglasschotter ohne die Arbeiten Erdung und Versorgungsleitungen.

  • Baugrube wird ausgehoben

  • Der Untergrund der Baugrube muss geebnet werden

  • Die Oberfläche wird mit Geotextil ausgekleidet, welches an den Seiten ca. 1 Meter länger ist

  • Die Schaumglasschotter-Schicht wird aufgebracht. Alle 10 bis 15 Zentimeter ist eine Verdichtung nötig. Dabei ist es wichtig, dass die Verdichtung nur sehr leicht erfolgt.

  • Das überstehende Geotextil wird nach oben umgeschlagen

  • Komplette Fläche mit einer schützenden PE-Folie abgedeckt werden

  • Herstellung der Randschalung

  • Auslegen der Armierung. Um die Folie zu schützen, wird mit Abstandshaltern gearbeitet.

  • Bodenplatte kann gegossen werden

Wärme- und Schalldämmung

Der Wärmedämmung kommt es auf der einen Seite zugute, dass Schaumglasschotter sich verdichten lässt und auf der anderen Seite, dass er kapillarbrechend für eine gute Drainagewirkung  ist. Experten sprechen hier auch von der Perimeterdämmung.

Auch für die Schalldämmung eignet sich der Schaumglasschotter hervorragend. Bereits ab einer Schichtdicke von 20 cm Schaumglasschotter und 80 cm Füllmaterial lassen sich sehr gute Absorptionswerte von 19 dB erreichen. Schallabsorptionswerte von mehr als 30 dB werden durch den Einsatz einer Sand- oder Betonschicht zwischen dem Schaumglasschotter und der Steinfüllung erzielt.

Nachhaltigkeit und Umweltaspekte

Zum größten Teil besteht Schaumglasschotter aus Altglas, einem bewährten Recycling-Produkt. Dies wirkt sich nachhaltig auf die Ökobilanz des Dämmstoffes aus. Zusätzlich ist Schaumglasschotter langlebig. Nach der Nutzung kann es eingeschmolzen oder als Bauschutt deponiert werden.

Bei den Umweltaspekten sieht es dagegen ein wenig anders aus. Zum Herstellen von Schaumglasschotters wird viel Wärme (Energie) benötigt. Des Weiteren handelt es sich bei Schaumglasschlotter nicht um einen nachwachsenden Rohstoff, was sich aus diesem Grund nachteilig auf die Umweltbilanz auswirkt.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Für einen Kubikmeter Schaumglasschotter müssen ca. 60 bis 70 Euro gezahlt werden. Bei größeren Bestellmengen können sich die Preise auf 35 bis 40 Euro pro Kubikmeter reduzieren. Dies bedeutet, je mehr von dem Material bestellt wird, umso günstiger ist es zu bekommen.

Bedacht muss allerdings, dass bei diesem Preis noch nicht die Transportkosten enthalten sind. Je nach Lieferant und nach Länge des Lieferwegs können diese Kosten sehr hoch ausfallen.

Schaumglasschotter kann bei der Gründung eines Gebäudes gleich mehrere Funktionen übernehmen, sodass Bauherren auf herkömmliche Gründungselemente verzichten können. Dies führt zu einem klar erkennbaren wirtschaftlichen Vorteil. Bauherren können so zwischen 5.000 und 10.000 Euro bei ihrem Einfamilienhaus einsparen.

Herausforderungen und mögliche Probleme

Gerade in den letzten Jahren kam es beim Neubau von Gebäuden vermehrt zu Problemen mit Radon. Eine Dämmung aus durchgehenden verklebten Platten aus Schaumglas bilden hier eine Sperre für das gefährliche Radon.

Fazit zum Glasschaumschotter

Schaumglasschotter als Dämmung bietet eine Reihe von positiven Eigenschaften, die Bauherren kennen sollten. Als sehr wichtig gilt dabei der hohe Brandschutz gemäß der DIN Baustoffklasse A1. Aus diesem Grund werden Schaumglasplatten bevorzugt in Gebäuden als brandsicherer Werkstoff eingesetzt.  Selbst in feuchte-kritischen Bereichen kommt immer wieder Schaumglas zum Einsatz, da sich hier die pflanzlichen und tierischen Dämmstoffe nicht eignen.

Bei der Perimeterdämmung können nicht alle mineralischen Dämmstoffe genutzt werden. Aus diesem Grund lohnt es sich, über eine Dämmung mit Schaumglasschotter nachzudenken. Glasschaum ist nachweislich ökologisch unbedenklicher als das bisher verwendetet Polystyrol, da es sich beim Glasschaum um ein Recycling-Produkt aus Altglas handelt.

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Matthias Büdenbender
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Autor: Matthias Büdenbender

Mein Name ist Matthias Büdenbender. Ich bin Geschäftsführer von Büdenbender Hausbau und schreibe auf dieser Website über die Zukunft des Bauens.
Ich teile hier mein Know how und berichte über die Qualität beim Hausbau, sowie die Trends der Hausbaubranche und Innovationen. Dabei folgen meine Mitarbeiter und ich einer Maxime: Wir bauen Ihnen kein Gebäude, wir bauen Ihnen ein Zuhause, für Sie und Ihre Familie.
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